Samstag, 19. Oktober 2013

teilAuto kommt ab 1. März 2014 nach Wannweil




In Tübingen, Reutlingen, Metzingen, Bad Urach, Rottenburg und der Region gibt es rund 120 teilAutos, die von allen registrierten Nutzern gebucht werden können – für eine Stunde oder mehrere Tage, ganz spontan oder 9 Monate im Voraus. Die Idee dahinter: Wenn mehr Menschen ein Auto nutzen, verteilt sich der ökologische Rucksack aus Herstellungs- und Entsorgungsbelastungen auf mehr Schultern. Und es lohnt sich: Wer weniger als 7.000 Kilometer pro Jahr fährt, fährt mit Carsharing günstiger als mit einem eigenen Fahrzeug.
So können Familien den Zweit- oder Drittwagen einsparen und Firmen, Vereine und andere Institutionen Bedarfsspitzen abdecken.
Nun ist die Entscheidung getroffen: teilAuto nutzt den Winter, um die interne Organisation zu verbessern. Qualitativ gut vorbereitet wird teilAuto dann ins Frühjahr starten.
Carsharing kommt deshalb definitiv nach Wannweil, unabhängig davon, ob die erforderlichen Anmeldungen bis dahin schon vorliegen oder nicht.
Das Fahrzeug wird ab 1. März 2014 auf seinem neuen Stellplatz an der Hauptstraße gegenüber dem Rathaus abgestellt werden.

Rahmenvertrag       

Start jederzeit, Kündigung zu jedem Monatsende

Kaution: zw. 200 € und 600 €

Aufnahmegebühr: 50 €

Monatsgebühr: zw. 7 € und 12 €
Rahmenvertrag abschließen und Kaution hinterlegenVergünstigungen:
Wunschfahrzeug reservieren, per Telefon, Internet oder SmartphoneSchüler, Studierende, BesitzerInnen KreisbonusCard
Fahrzeug am Stellplatz abholenBesitzerInnen eines naldo-Abotickets
Nach der Rückkehr: Fahrtbericht ausfüllenWohnort mehr als 2 km von der nächsten CS-Station entfernt
Jeden Monat erhalten Sie eine Rechnung über Ihre Fahrtgebühren.

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Eindrücke vom Tag des offenen Ateliers in Wannweil beim Künstlerehepaar Heidi und Manfred Degenhardt am Samstag und Sonntag, den 12+ 13. Oktober 2013.

Am letzten Wochenende war das Haus Wannweil, Charlottenstraße 19 wieder einmal offen für jedermann. Herr Degenhardt wohnt dort schon über 40 Jahre und für seine aus Hayingen stammende Frau ist die Charlottenstraße 19 auch schon seit über 30 Jahren der Lebensmittelpunkt. Bekanntlich hat Herr Degenhardt seine Jugendzeit im hohenzollerischen Sigmaringen verbracht. Der Verband Bildender Künstler und Künstlerinnen Württemberg (VBKW), der vor 100 Jahren, 1913, gegründet wurde, hat dazu ein großes Faltplakat herausgebracht. Manfred Degenhardt konnte dort auch das Foto eines seiner Werke platzieren.

Narrenschiffe in verschiedenen Versionen gab es im Atelierraum zu bewundern. Eine gusseiserne Presse konnte M. Degenhardt vor vielen Jahren beim Ausräumen der Papierfabrik zum Bruderhaus in Reutlingen erwerben. Wenn sich M. Degenhardt nicht darum gekümmert hätte, wäre diese Presse auch den Weg des alten Eisens gegangen. Frau Degenhardt legte vorgebrannte Klein-Objekte in ein gewöhnliches Feuer auf der Terrasse. Nach wenigen Minuten hatte jeder Gegenstand durch die Glut eine individuelle, unverwechselbare Patina erhalten. Gerne bringen sich die Degenhardts auch in die Städtepartnerschaft mit Mably ein.

 Zahlreiche Besucher kamen auch, um die Herbststimmung in Degenhardts Kulturgarten zu genießen. Mehrere mächtige Zypressen strahlen mediterranes Flair aus. Steine, die wie römische Kapitele aussehen, aber von einem bekannten Steinhändler aus Tübingen stammen, liegen auf der Wiese, wie wenn sie schon Jahrhunderte dort überdauert hätten. Im 19. Jahrhundert konnte man in Wannweil ja in der Nähe der Echaz tatsächlich römische Hinterlassenschaften finden. M. Degenhardt macht trotz seiner 74 Jahre gerne Gartenarbeit. Möge uns daher dieser schöne Garten, an den auch ein Waldstück angrenzt, noch viele Jahre Freude bereiten.

Botho Walldorf

Montag, 14. Oktober 2013

Die Spinnerei und Weberei Wannweil - die Fabrikhalle von innen


So sieht also eine leere Fabrikhalle aus.
Das Foto zeigt die Fabrikhalle der Spinnerei. Sie steht zur Zeit leer und beeindruckt durch ihre Weite. Dieser Saal könnte viele Geschichten erzählen.

Sonntag, 13. Oktober 2013

Wannweil, von unten: Unterwasseraufnahmen im Schwimmbad














Aus der Diaschau von und mit Volker Steinmaier "Die Reise mit der Zeitmaschine", die anlässlich des 25. jähringen Dienstjubiläums von Altbürgermeister Rüdiger Scherret erstmals am 31.02.1992 im Gemeindehaus aufgeführt wurde. Die Show wurde bei der Verabschiedung von R. Scherret und der Einsetzung von Bürgermeisterin A. Rösch im Januar 1995 in der proppevollen Uhlandhalle wiederholt.

Fotos über und unter Wasser: Volker Steinmaier

Samstag, 12. Oktober 2013

Blick vom Letten



Blick vom Letten auf Wannweil, Juni 2010. Rechts die Pfarrkirche St. Johannes der Täufer. 1891 ließ der württembergische Baurat Heinrich Dolmetsch (Lebenszeit 1847 bis 1908) den Turmaufsatz in dieser Form errichten. Jahrhundertelang hatte ein romanischer Turm das Ortsbild geprägt.

1911 wurde unter Bürgermeister Molfenter das 3. Schulhaus von Wannweil (Eisenbahnschule) errichtet. Grund war die Zunahme der Bevölkerung durch die Arbeitsplätze in der oberen und der unteren Fabrik. Eine grundlegende Sanierung erfolgte um 2008 unter Regie der Ortsbaumeisterin Mergenthaler. Das dazugehörige Aussichtstürmchen auf dem Dachfirst, ein Attribut des Jugendstils war schon bei einer vorangehenden Renovation entfernt worden. 2010 enthält das Gebäude 6 Wohnungen und im Erdgeschoß den Probenraum für den Musikverein Wannweil 1908. Vorindustrielle Bausubstanz ist kaum mehr zu finden. Nur ein einzelner Fachwerkgiebel an der Dorfstraße erinnert an die landwirtschaftliche Vergangenheit Wannweils.

1996 wurde das neue Rathaus nach Plänen des Stuttgarter Architekten Otto fertiggestellt. Es ersetzte den klassizistischen Vorgängerbau von 1839.

Botho Walldorf

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Hooverspeisung: Schulspeisung vor mehr als 60 Jahren


Schulspeisung 1981 mit Helene Klett von der Bäckerei Klett


Schulspeisung aus Wannweiler Sicht (Aus der Festschrift von A. Schmid, 1986, Seite 25):
Schulspeisung 1948-1956

Untergewichtige Schüler
Nach dem letzten Krieg setzte sich die Notzeit noch lange fort. Es gab nicht genug zu essen, hungrige Kinder waren die Regel. Auch in Wannweil gab es das.

Eine große Hilfe war die „Hoover-Speisung”, die auf Veranlassung des ehemaligen Präsidenten der USA Herbert Clark Hoover eingeführt wurde. Sie wurde unentgeltlich bis zum 30. 06. 1950 fortgeführt, wobei aber von den Eltern eine freiwillige Spende erbeten wurde. Essen (Eintopf) erhielten die Kinder, die 10% und mehr Untergewicht hatten. Das waren am 22. 10.1948, also noch 4 Monate nach der Währungsreform 90 Schüler von den damals 290 Schülern.

Auszug aus dem Schreiben an Eltern vom 6.12.1948:
„Ihr Kind ist zur Schulspeisung vorgesehen? Die Speisung findet an 5 Wochentagen statt (pro Speisung 350 Kalorien). Sind Sie bereit, freiwillig einen Kostenbeitrag von 40 Pfennig pro Woche zu leisten?”

Es wurden genaue Gewichtstabellen geführt und dem Amtsarzt gezeigt, der eigens zur Untersuchung auf Bedürftigkeit nach Wannweil kam. Die Lehrer mussten bei der Ausgabe der Speisen helfen, sie waren aber nicht sehr glücklich darüber: In der großen Pause mussten sie statt sich zu erholen Essen ausgeben. Lehrer B. klagte darüber, dass seine Frau mindestens jede Woche einmal einen bekleckerten Arbeitsmantel waschen müsse.

Schokolade in der Schule

Der Einfachheit halber wurden später sogenannte Fertigwaren verteilt: es gab Schokolade, Keks, Blockmalz, Studentenfutter und auch mal eine Schneckennudel. Zu Weihnachten gab es immer eine leckere Sonderration. Noch 1952, vier Jahre vor dem Bau der Uhlandschule, wurde von April bis zu den großen Sommerferien 254 kg Keks, 70 kg Schokolade und 63 kg Blockmalz ausgegeben.

Endgültig gestoppt wurde die Ausgabe dieser „Stärkungsmittel” an Kinder, bei denen die normale körperliche Entwicklung gestört war, im März 1953. Von da an gab es nur noch einen Zuschuss in Form von Geld: 25 Pfennig pro Tag.

(Aus der Festschrift von A. Schmid, 1986, Seite 25)