Mittwoch, 20. November 2013
Montag, 18. November 2013
Wannweiler Geschichte(n) „Fremde Heimat Deutschland“ - heute Abdullah Sezgin
Zeitzeugen erzählten, wie
sie in den 1960er Jahren als „Gastarbeiter“ nach Deutschland kamen und hier
eine neue Heimat fanden“. Zeitzeuge 4 von insgesamt 4 interviewten ausländischen Mitbürgern.
Zu
dieser bestens besuchten Veranstaltung am Donnerstag, den 7. November 2013
hatten die Gemeindebücherei, der Krankenpflegeverein eingeladen in
Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis interkulturelle Begegnung und dem
Wannweiler BILDERTANZ .
Weil
der Amateurhistoriker B. Walldorf die dabei zur Sprache gekommenen Aussagen als
bedeutsam einstuft, werden sie hier protokolliert. Digitale Film- und
Tonaufnahmen liegen auch vor, aber für die Zukunft überlebt schriftlich
Festgehaltenes am ehesten.
H. Petersen erinnerte daran, dass er durch den
Krankenpflegeverein in Kontakt mit älteren Menschen gekommen sei. Der
Krankenpflegeverein war Mitte der 1970er Jahre gegründet worden als Ersatz für
die früheren Gemeindekrankenschwestern. Seit 1995 gibt es die Pflegeversicherung.
Damit einher kamen die zahlreichen privaten ambulanten Hilfsdienste auf, sodass
der Krankenpflegeverein etwas an Bedeutung verlor.
Zur
Kontaktaufnahme bei den türkischen Mitbürgern trug vor allem Ladenbesitzer Dikme
aus der Dorfstraße bei.
In
Wannweil waren um 1990 mit 12 % Ausländern der Höchststand erreicht.
Gegenwärtig sind es mit 500 Ausländern etwa 10 % der Wohnbevölkerung.
Die
„special guests“ waren am 7. November
2013 4 Gastarbeiter: eine Italienerin und drei Türken.
Als
letzter Bericht dieses Zeitzeugenabends hatte Abdullah Sezgin das
Wort-
Interview
ergänzt durch persönliche Befragung durch B. Walldorf am Sonntag, den 10.
November 2013 vor seinem Hause in der Griesstraße 23.
Abdullah
Sezgin,
Jahrgang 1954, kam als junger Mann über Gelegenheitsjobs in Reutlingen und den
Daimler in Sindelfingen in die Marienstraße nach Wannweil.
Über die Rolle, welche „der Daimler“ in der deutschen Geschichte ab dem
Kaiserreich bis zur derzeitigen Berliner Republik spielt, sind sich nur wenige
Menschen im Klaren. In Wannweil hatte der Daimler in den Jahren 1943 bis 1945
ebenfalls ein unrühmliches Zwischenspiel gegeben.
A. Sezgin hatte fünf Jahre nur die türkische Schule
besucht. Zum ersten Vorstellungsgespräch ging er mit seinem Vater. Da hat er
nichts verstanden.
A.
Sezgin fand
mit seiner jungen Familie in der herzlichen Nachbarschaft in Wannweil ein neues
Zuhause. Seine Frau fing an, in der Spinnerei zu arbeiten. Zusammen mit seinen
drei Söhnen hat er 2011 in der
Griesstraße 23 ein Haus gebaut.
Vor zwei Jahren haben sie ein altes, traufständiges
quergeteiltes gestelztes Eindachhaus in der Wannweiler Griesstraße erworben und
abgebrochen. Dass in der Griesstraße einmal bis 1948 der Firstbach seinen Lauf
hatte, kann man immer weniger „in situ“ – also an Ort und Stelle – feststellen.
Dort hat die Großfamilie einen zweistöckigen Neubau hingestellt, wo Schwager
Kinder und Enkel Platz haben. Es wurden zahlreiche Fliesen verwendet als
Bodenbelag, wie es in der Türkei üblich ist. Insgesamt wohnen vier Familien
darin. Es bietet 3 Söhnen und 4 Enkeln ein Heim. Ein weiterer Enkel ist
unterwegs. Eine Einliegerwohnung ist an einen Deutschen vermietet. A. Sezgin
bekennt: „Ich habe mich hier nie als Ausländer gefühlt“. Das war nicht immer
so: Bei der ersten Rückreise in die Türkei hatte er darauf bestanden, sein
Einreisevisum ungültig zu stempeln. Er sollte ja nicht mehr auf die Idee
kommen, wieder nach Deutschland zu gehen. A. Sezgin stammt aus der Stadt
Boulou , die zwischen Ankara und Instanbul gelegen ist. Mit seinem Vater kam er
im Flugzeug 1970 nach Deutschland. Der schaffte auch schon beim Daimler. A.
Sezgin heiratete bereits mit 16 Jahren. Seine erste Firma war der Maler
Anton Geiselhart. Der kündigte ihm, weil er wegen seiner Hochzeit seinen Urlaub eigenmächtig verlängerte. Aber
beim Geiselhart hat es ihm ohnehin nicht gefallen, meinte A. Sezgin rückblickend.
Zur Ableistung der Militärzeit ging A. Sezgin zurück in die Türkei für
20 Monate. Heute besteht der Wehrdienst auch dort nur noch aus 12 Monaten. Als er in der Türkei keine
Arbeit fand, rief er einfach seinen Chef an, dessen Telefonnummer er noch
hatte. Abdullah Sezgin kam 1976 nach Wannweil. Die Ehefrau fing 1980 in
der Spinnerei an. Als er zum erstenMal
das Fernsehen sah, beeindruckte ihn der „Mann in der Kiste“. Später sorgte der
Elektromeister Steinlen dafür, dass er das türkische Fernsehen empfangen
konnte. 2013 sind das alles keine
Probleme mehr. Der erste Wohnsitz war in der Jakobstraße 1 neben dem Raumausstatter
Nedele. Dann folgte die Marienstraße 86. Vor dem Bezug des Eigenheims in der
Griesstraße 23 im Jahre 2012 wohnte A. Sezgin mit seiner Familie im
eigenen Altbau in der benachbarten Eisenbahnstraße 23.
Abdullah
Sezgin
arbeitete von 1979 bis 2008 beim Daimler und ging mit 63 Jahren in Rente. Zuerst
kam er sich dort wie im Gefängnis vor. 1984 wurde er zum Vertrauensmann
gewählt.
Dabei
lernte er zahlreiche Konflikte am Arbeitsplatz kennen. Sein 1987 geborener Sohn
hat beim Daimler eine Lehre gemacht und wurde in ein unbefristetes
Arbeitsverhältnis übernommen. Ein anderer Sohn arbeitet bei Bosch. A.Sezgin
kam auf alle Arten zu seinem Arbeitsplatz beim Daimler. Mal mit dem Werksbus,
der ab Reutlingen fuhr. Aber das dauerte zu lange. Eine weitere Möglichkeit bot
die Bildung von Fahrgemeinschaften. Am unabhängigsten war er, wenn er alleine mit dem Daimler zur Arbeit fuhr. Den
Winter verbringt A. Sezgin hier , den Sommer am liebsten in der Türkei. Dort
hat er allerdings zahlreiche Bekannte verloren.
Den
Bericht über den Zeitzeugenabend haben die Enkel von Sezgin im Reutlinger
Generalanzeiger online gelesen, weil sie als Türken den „GEA“ natürlich nicht
abonniert haben. In moderner Technik sind die Jungen jedoch fitt.
Auch
im November 2013 arbeiten weitere Wannweiler – in diesem Fall der Ernährer der vielköpfigen Palästineser-Familie Mraai aus der Schulstraße 2 (Altes Schulhaus
von1885) beim Daimler unter ganz anderen
Bedingungen: Jetzt allerdings über eine Leihfirma und befristet. So ändern sich die Zeiten.
Botho
Walldorf
Sonntag, 17. November 2013
Helferfest der Gemeinde WANNWEIL..............
..........anlässlich des Hagelunwetters .Frau Bürgermeisterin Rösch hatte die Helfer in der Not eingeladen,um sich mit einem Essen zu bedanken .Die Feuerwehren -THW-und Handwerker,die Ihrem Hilferuf spontan gefolgt sind,waren mit Abordnungen gekommen.Sie,wie auch Kommandant Aichele von der FFW Wannweil lobten die Einsatzbereitschaft der ganzen Helfer
Samstag, 16. November 2013
Wannweiler Geschichte(n) „Fremde Heimat Deutschland“ - heute Ali Alpaslan
Wannweiler Geschichte(n) „Fremde Heimat Deutschland“
Zeitzeugen erzählten, wie
sie in den 1960er Jahren als „Gastarbeiter“ nach Deutschland kamen und hier
eine neue Heimat fanden“. Im Folgenden erzählt Ali Alpaslan aus
der Türkei , wie er zum Hausbesitzer in Wannweil wurde. Zwei weitere
türkische Mitbürger sollen in weiteren
Berichten zu Wort kommen.
Zu dieser bestens besuchten Veranstaltung Anfang November 2013 hatten die
Gemeindebücherei, der Krankenpflegeverein eingeladen in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis
interkulturelle Begegnung und dem Wannweiler BILDERTANZ.
Zur
Kontaktaufnahme bei den türkischen Mitbürgern trug vor allem Ladenbesitzer
Dikme aus der Dorfstraße bei. Er hat um 2005 einen Geschäftshaus-Neubau
anstelle eines giebelständigen Wohn- und Ölonomiegebäudes errichtet.
H.
Petersen erinnerte an das erste Anwerbeabkommen 1955 mit Italien, dem 1961
eines mit der Türkei folgte.
Die
„special guests“ waren 4 Gastarbeiter: eine Italienerin und drei Türken.
Alle
Interviews wurden digital aufgezeichnet und die Zeitzeugen auch fotografiert.
Das Projekt, den Heimatfilm von 1962 zu aktualisieren , wird immer noch weiter
verfolgt. Dann ist das Vorhandensein dieser digitalen Bild- und Textdateien
hilfreich.
Ali
Alpaslan
ist 1949 in der Türkei geboren. Er begann 1973 auf einer Baustelle, um Geld zum
Abschluss seiner Schulbildung zu sparen. Mit einer Ausbildung hat man es immer
leichter, meinte er. Anfangs hat er in einer Baracke gewohnt, heute sagt man
dazu „mobile Wohneinheiten“. Seit 1974 lebt er in Wannweil. Er kam zunächst in
der K´furter Straße 20 unter. Nach der Baufirma Krötz folgte ein kleines
Zwischenspiel in der Glasweberei Wannweil. Auf dem Bau wurde man eben immer
nass. Der nächste Arbeitgeber war die Firma Beka, Braun & Kemmler in Tübingen,
wo heute der Baumarkt HORNBACH steht. Ab 1988 folgten 22 Jahre Arbeit im
Himmelwerk in Tübingen. Mit 63 Jahren wurde er Rentner . Seit 1987 besitzt er
ein eigenes Haus in Wannweil. Damit war
der Entschluss gefallen, in Deutschland zu bleiben. Er hat eine Tochter und
zwei Söhne. Der Sohn ist Ingenieur. Keiner will zurück. Er ist der einzige von
seiner Familie, der nach Deutschland ging. Seine zwei Brüder und fünf
Schwestern sind dort geblieben. Aber die Mitglieder der Familie seines
Schwagers sind in ganz Europa verstreut.
In der Türkei hat sich auch Vieles geändert. Der Abstand
zwischen arm und reich wurde dort auch größer. Ali Alpaslan unterteilte in die
D-Mark-Zeit bis 2002 und die Euro-Zeit. Er hat deutsch gelernt. Zahlreiche
Türken sind auch zurückgegangen. Schließlich schilderte Ali Alpaslan noch ein
Bewerbungsgespräch aus seiner Anfangszeit in Deutschland, als er noch kein Wort
deutsch konnte. Die Fortsetzung mit den Lebensläufen zweier weiterer türkischen Interviewpartner folgt.
–Bleiben Sie dran.-
Botho
Walldorf
Freitag, 15. November 2013
Wannweiler Geschichte(n) „Fremde Heimat Deutschland“
Zeitzeugen erzählten, wie
sie in den 1960er Jahren als „Gastarbeiter“ nach Deutschland kamen und hier
eine neue Heimat fanden“.
Zeitzeuge 1 von insgesamt 4 Zeitzeugen, die sich für ein Interview zur Verfügung stellten, war die Italienerin Giuseppina Ghiana
Zeitzeuge 1 von insgesamt 4 Zeitzeugen, die sich für ein Interview zur Verfügung stellten, war die Italienerin Giuseppina Ghiana
Zu
dieser bestens besuchten Veranstaltung hatten die Gemeindebücherei und der
Krankenpflegeverein eingeladen in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis
interkulturelle Begegnung und dem Wannweiler BILDERTANZ.
Frau
Theresia Mann (geb. 1938) stellte den interkulturellen Gesprächskreis vor, der
im Sommer 2013 das „Fastenbrechen“ organisiert hatte. Herr Hauke Petersen
führte die 5 Zeitzeugen-Abende auf, welche unter der Trägerschaft des
Krankenpflegevereins durchgeführt wurden. Themen waren beispielsweise „Weihnachten in schwerer Zeit“
(Dez. 2011), Heimatvertriebene (April 2013) und „Arbeiten in der Spinnerei“
(Juni 2013).
H.
Petersen erinnerte daran, dass er durch den Krankenpflegeverein in Kontakt mit
älteren Menschen gekommen sei. Der Krankenpflegeverein war Mitte der 1970er
Jahre gegründet worden als Ersatz für
die früheren evangelischen Gemeinde-Krankenschwestern. Seit 1995 gibt es
die Pflegeversicherung. Damit einher kamen die zahlreichen ambulanten
Hilfsdienste auf, so dass der Krankenpflegeverein etwas an Bedeutung verlor.
Zur
Kontaktaufnahme bei den türkischen Mitbürgern trug vor allem Ladenbesitzer
Dikme aus der Dorfstraße bei. Er hat um 2005 einen Geschäftshaus-Neubau
anstelle eines giebelständigen Wohn- und Ökonomiegebäudes errichtet.
H.
Petersen erwähnte das erste Anwerbeabkommen mit Italien im Jahre 1955, dem 1961
eines mit der Türkei folgte. Petersen zitierte den Dichter Max Frisch:
„Arbeiter wurden gesucht und Menschen waren gekommen“. 1964 kam der
1-Millionste Gastarbeiter. Dem wurde ein Moped geschenkt . Dieses Foto wurde
zur Ikone der Zeitgeschichte der von 1949 bis 1990 existierenden Bonner
Republik. Um 1972 waren 4 Millionen Gastarbeiter in der Bonner Republik
beschäftigt. In Wannweil war um 1990 mit 12 % Ausländern der Höchststand
erreicht. Gegenwärtig sind es mit 500 Ausländern etwa 10 % der Bevölkerung.
Die
„spezial guests“ des Zeitzeugen-Abends
waren vier Gastarbeiter: Eine Italienerin und drei Türken. Allen gemeinsam ist,
das sie Immobilienbesitz in Wannweil haben.
Als
erste erzählte die Italienerin Giuseppina Ghiana, Jahrgang 1944 ihre
Lebensgeschichte. Es war das erste Mal in ihrem Leben, dass Frau Ghiana in der
Öffentlichkeit redete, dazu noch auf Deutsch. Sie entschuldigte sich für
ihre mangelhaften Deutsch-Kenntnisse.
Aber die nicht einwandfrei Deutsch sprechenden Ausländer machten das Besondere
an diesem Abend aus. Initiator Hauke Petersen war zweimal bei Familie Ghiana.
Aus einem angekündigten kurzen Besuch wurden über zwei Stunden.
Frau
Ghiana besitzt heute eine Eigentumswohnung in der Hauptsraße 16 – der früheren
Filiale der Kreissparkasse bis 1984. Von Frau Ghiani stammt auch das Foto aus
den 1960er Jahren, mit dem im
Gemeindeboten Anfang November 2013 für
die Veranstaltung geworben wurde. Das Foto zeigt sie in Begleitung ihres
Bruders.
Der
Ehemann Benedetto arbeitete 25 Jahre in der Spinnerei, die Ehefrau 23 Jahre in
Wechselschicht. 30 Jahre wohnten sie in der Hauptstraße 94. Diese
Einfachst-Wohnhäuser wurden um 1954 von der Spinnerei erbaut. Erstbewohner
waren die Heimatvertriebenen, die dann aus den Holz-Baracken ausziehen konnten.
2013 sind diese Einfachst-Wohnhäuser leerstehend. Sie werden demnächst
abgebrochen werden, um den in Sommer 2013 vorgestellten Bauplanungen Platz zu
machen. Die Werkswohnungen hatten kein Bad und Toiletten „mit einem Loch“.
Gemeint sind die Trockenaborte, im Volksmund „Plumpsklo“ genannt. 2002 hat die
Tochter für die Ghianas eine Eigentumswohnung in der Wannweiler Hauptstraße 16
erworben, damit sie ihren Lebensabend hier verbringen können. Leider hatte
Ehemann Benedetto (geb. 1938) im Jahre 2009 einen Schlaganfall und ist seit
2011 pflegebedürftig. Die Ehefrau kann das aber noch alleine bewältigen.
Eine
Cousine war bereits in der Spinnerei in Wannweil beschäftigt und die Giuseppina
wollte eigenes Geld, ein Taschengeld verdienen. In dem Dorf 60 km südlich von
Neapel konnte man zwar auch leben, aber etwas Zusätzliches konnte man sich
nicht leisten. Der Vorteil der Spinnerei war, dass das Unternehmen
Werkswohnungen bieten konnte, wenn der
Wohnstandard auch einfach war. Wieder spielte das „Mädchenwohnheim“ eine Rolle
, wo ab 1943 bis 1945 die „Ostarbeiterinnen“ untergebracht waren. Die Eltern
der Giuseppina hatten noch den Zweiten Weltkrieg und die faschistische Sozial-Republik von
Salo in guter Erinnerung. Die Eltern meinten, dass die Deutschen nicht so gut,
nicht menschlich seien. In Wannweil war anfangs das Einkaufen schwierig, gab es
doch noch keinen Supermarkt mit Selbstbedienung. Zunächst hat es ihr gar nicht
gefallen. Sie heiratete hier einen
Italiener aus Bari, wo sie heute noch ein Häuschen am Meer haben. Das wird heute auch von den Kindern, ein Sohn und
einer Tochter gerne genutzt. Die Tochter wohnt allerdings in Heidelberg, der
Sohn in München. Die Tochter erwarb für die Eltern die Eigentumswohnung
Hauptstraße 16. Die Eltern wollen gerne in Wannweil bleiben, wo sollten sie
auch hin. Nach der Geburt des ersten
Kindes gingen die Ghianas nach Italien zurück. Der Ehemann fand dort aber keine
Arbeit, sodaß er froh war, wieder in der Spinnerei anfangen zu können. Die
Familie Ghiana kamen wieder nach Wannweil. Die Tochter wurde bei Rektor Schmid
(geb. 1928) eingeschult. Ohne ein Wort Deutsch zu sprechen kam die Tochter in
die erste Klasse. Aber nach 5 6 Monaten konnte sie schon die zweite Klasse
besuchen. In dem Viertel um die Spinnerei, der Fallenbachstraße, wohnten fast nur Ausländer. Es wurde
gefeiert. Wenn es zu laut wurde, wurde die Polizei angerufen. Die sagten, man
solle leise weiter feiern und wurden zu einem Kaffee eingeladen. Bei den
Ausländern stehen die Wohnungen eher offen als bei den Deutschen.
Zur
Geschichte des im Gemeindeboten Wannweil Ende Oktober 2013 veröffentlichten
Fotos: Der Bruder kam auch mit nach Deutschland, mit dem die Giuseppina
abgebildet ist. Der blieb 25 Jahre. 1987 wurde die Spinnerei geschlossen. Um
die Schaffung von Ersatz-Arbeitsplätzen kümmerte sich in Wannweil niemand. Der
Ehemann war 50 Jahre alt. Doch Giuseppina Ghiana machte mit 46 Jahren noch den
Führerschein, um nach Mittelstadt zur Firma Beck zu gelangen. Die Deutschen
haben mit den Ausländern nie richtig deutsch gesprochen. Sie benutzten das
sogenannte „Tarzan-Deutsch“. „Sie würde noch einmal gehen“ bilanzierte
Giuseppina Ghiana . Am liebsten würden sie 6 Monate in Italien und 6 Monate hier
verbringen. So werden die Ghianas eben in Wannweil alt.
Botho
Walldorf
Mittwoch, 13. November 2013
Abonnieren
Posts (Atom)






