Sonntag, 17. Februar 2013

Einzelheiten am Hause Dorfstraße 14 in Wannweil




Die Wannweiler Blog-Einträge leben davon, dass möglichst viele Autoren Bilder und Texte zu verschiedenen Themenbereichen einstellen. Dieter Ludäscher fotografiert vor allem aktuelle Veranstaltungen mit Personen drauf. Ulrike Franz hat schon manches Fotomotiv im Flecken entdeckt. Zudem zeigt sie immer wieder ihre neue Heimat Tuscaloosa (Alabama), in der sie sich zusammen mit ihrem Ehemann Heiner noch ein paar Jahre aufhalten wird. Volker Steinmaier, der "Teamchef" des Bildertanz-Teams, hält den Blog am Laufen. Er sorgt dafür, dass jeden Tag ein neuen Eintrag erscheint, entweder von gestern (Vergangenheit), von heute (Gegenwart) oder von morgen (Zukunft). Er hat mit dem Blog die Möglichkeit, manchen Bericht aus dem Gemeindeboten auch ins Netz zu stellen. Botho Walldorf geht der Geschichte der inzwischen wenigen verbliebenen alten Häuser nach.

Das giebelständige Fachwerkhaus Dorfstraße 14 gehört 2011 zu den ältesten Häusern Wannweils. Am 21. März 2011 gestattete Ortsbaumeisterin Dorothee Mergenthaler dem B. Walldorf eine Begehung auf eigene Gefahr.

Natürlich wäre eine Besichtigung in bewohntem Zustand wesentlich interessanter gewesen. Aber die letzten Bewohner wären nicht bereit gewesen, ihre veralteten Wohnverhältnisse dokumentieren zu lassen. Vielmehr schämten sie sich wegen der alten Bühne. So bietet nur ein leerstehendes Haus die Gelegenheit, sich noch einmal mit der Hausgeschichte zu befassen. Professionelle Hausforscher würden wie Stefan Uhl oder Tilmann Marstaller würden noch mehr sehen. Aber die wollen bezahlt sein.
Das Haus Dorfstraße 14 war ursprünglich kaminlos, wie die rauchgeschwärzten Balken zeigen. Der dann ab etwa 1750 folgende durchgängige, besteigbare Kamin ist nicht auf unsere Zeit gekommen. Diese Kamine hatten an sich, dass die Küchen meist rabenschwarz vom Rauch waren. Ab 1900 sprachen die Bau-Aufsichtsbehörden diese Kamine ab. Schmalere Kamine vom Grund des Hauses wurden nun aufgebaut. Drum herum wurde meist alles alt belassen. Das macht heute den Reiz der wenigen erhaltenen gebliebenen alten Bühnen aus. Für solche Bühnen schämten sich die Hausbesitzer in neuerer Zeit. Daher blieben sie unzugänglich.

Oft blieben- wie auch im Haus Wurster- ein großer Teil der bauzeitlichen Verhältnisse wie der Dachstuhl und die Trennwände und Schiedgiebel bis heute bestehen. Manchmal fielen die bauzeitlichen Verhältnisse dem Einbau von Zimmern zum Opfer. Blecherne Ofenrohre führten den Rauch von den Feuerstellen zu dem Kamin. Diese Situation ist auf diesem Bild dargestellt. Einmal jährlich mussten die Ofenrohre gerußelt werden. das war eine schmutzige Arbeit. Mit dem Aufkommen von Öl oder Elektroheizungen brauchte man diese Rauch-Abzugssyteme nicht mehr. Sie waren einst in jeden Haus vorhanden.

Das zweite Foto zeigt das Detail einer "Reigertenwand". Das Wort "Wand" erinnert ja an "gewundene" (Haselnussstecken,) wie sie hier abgebildet sind. Manchmal flogen die Faschinengeflechte heraus. Dann wurde mit Backsteinen oder modernen Hohlblocksteinen ausgeflickt. Die Dokumentation des Hauses Dorfstraße 14 gehört zum Inhalt des virtuellen Museums von Wannweil.

Botho Walldorf, Volker Steinmaier

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallole, sehr interessant, das mit dem uralten Haus, spannend! Übrigens liegt Tuscaloosa leider nicht in Arizono sondern in Alabama!! Das fängt au mit A an, ist aber gaanz anders und ganz wo anders! Nämlich im tiefen, tiefen Süden: deep South,
gut, Arizona liegt auch im Süden, das aber ganz im Westen bei den Cowboys, ich poste auch nochmal was heut, gegen später... momentan ist grad die Pfanne aufm Herd und wird heiss...

Volker Steinmaier hat gesagt…

Ich habe es geändert. Tuscaloosa liegt jetzt auch in diesem Blogtext nicht mehr in Arizona, sondern in Alabama. Danke, liebe Leserin aus den USA.